Funktionsstörungen im Biss

Quelle: Gamma Dental

Mehr als zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland leiden unter chronischen Beschwerden wie etwa Migräne, Kopfschmerzen, Nackenverspannungen, Halswirbelblockaden, Schwindel, Tinnitus. Doch wer weiß schon, dass etwa jeder zweite dieser Leidensfälle mit einem falschen Biss zusammenhängt?

Beiß mal die Zähne zusammen!
Die wichtigsten Funktionen unseres Kauorgans sind: Sprachbildung und Kommunikation, Körper- und Kopfhaltung, Ästhetik und Stressverarbeitung. Zähneknirschen und Pressen dienen dem Stressabbau, man muss sich halt auch einmal durchbeißen.

Was ist eine Kaufunktionsstörung bzw. CMD?
Eine Kaufunktionsstörung (Craniomandibuläre Dysfunktion, CMD) liegt vor, wenn die Bissflächen der Zähne nicht richtig aufeinander passen. Das kann bei entsprechender Veranlagung eine Kettenreaktion auslösen: Über die sensiblen Nervenbahnen werden die Signale von Kiefergelenken und Zähnen an das zentrale Nervensystem weitergeleitet und bewirken so die unterschiedlichsten Reaktionen. Studien zufolge haben bis zu 35% der Deutschen chronische Schmerzen wegen einer Fehlstellung des Kiefers oder Fehlkontakten ihres Bisses.

Funktionsdiagnostik
Besteht bei Ihnen der Verdacht auf eine Funktionsstörung (CMD), klären wir Sie in einem Beratungsgespräch zunächst über die Möglichkeiten der Funktionsanalyse und der Funktionstherapie auf.

Wie wird eine zuverlässige Diagnose erstellt?
Es folgt die klinische Funktionsdiagnostik, in welcher ein ausführliches Gespräch über die Krankengeschichte, die Untersuchung der Kaumuskulatur und der Kiefergelenke sowie des Bisses erfolgt.
Wenn die Diagnose "CMD" lautet, folgt meist die instrumentelle Funktionsdiagnostik mit wissenschaftlich anerkannte Mess- und Computersystemen, die bei der exakten Diagnose und der individuellen Therapieplanung helfen. Erst dann beginnt die auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Therapie.

Funktionstherapie
Die zahnärztliche Therapie wird nach umfangreicher Diagnostik computergestützt geplant, an den Modellen simuliert und präzise in den Mund des Patienten übertragen. 
Die Therapie beginnt mit einer individuellen Aufbissschiene (bzw. Aufbissbehelf oder einfach Schiene). Diese ermöglicht die Einstellung der zentrischen Kieferposition. Darüber hinaus bietet die Schiene individuelle Front- Eckzahnführung für die Orientierung der Unterkieferbewegungen. Da eine Schiene immer den Biss erhöht und in der Regel nicht 24 Stunden am Tag getragen wird, ist ihre Wirkung begrenzt.
Sobald die Therapierichtung durch die Schiene überprüft und bestätigt ist, kann die Therapie der Fehlkontakte auf den Zahnreihen erfolgen.
 Hier ist das Ziel einerseits, eine harmonische Abstützung der Zahnreihen zu erreichen, bei der sich die Kiefergelenke in zentrischer Position befinden. Andererseits soll ein störungsfreies Gleiten der Zahnreihen beim Kauen (dynamische Okklusion: sequentielle Gruppenführung mit Eckzahndominanz) ermöglicht werden.


Oft wird diese zahnärztliche Funktionstherapie durch begleitende Maßnahmen -wie zum Beispiel Chiropraktik, Osteopathie oder Physiotherapie- flankiert und unterstützt.
 Durch die Korrektur des Bisses (statische und dynamische Okklusion) lassen sich die chronischen Schmerzen meist deutlich reduzieren.

Ein weiteres Plus der Funktionstherapie:
Sie beugt der Abnutzung und Lockerung einzelner Zähne oder Verschleiß des Zahnersatzes vor, die durch eine Überlastung einzelner Zähne entstehen kann.

Woran erkenne ich einen Spezialisten für Funktionsanalyse und Funktionstherapie?
Die Funktionslehre ist Bestandteil der zahnärztlichen Ausbildung. Allerdings werden während des allgemeinen Studiums nur Grundbegriffe vermittelt. Für die gezielte Diagnose und Therapie von Funktionsstörungen reicht dieses Basiswissen nicht aus. Angesichts der Vielfalt und Komplexität der möglichen Befunde sind eine umfangreiche, gezielte Ausbildung und langjährige Erfahrung unverzichtbar. Dr. Frank Buchmann MSc gehört zu den ersten zwölf Zahnärzten in Deutschland, die ein vollständiges Zusatzstudium in Funktionsdiagnostik und Funktionstherapie abgeschlossen haben. Als zertifizierter Spezialist der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie wendet er modernste Computergestützte Diagnose- und Therapieverfahren an, um seinen Patienten zu helfen.

Weitere Informationen
Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie
www.dgfdt.de

Universität Greifswald
http://www.medizin.uni-greifswald.de/dental/master/index.php?id=41
http://www.continuum-greifswald.de/

Deutsches Institut für Funktionsdiagnostik und -therapie
www.das-deutsche-institut.de

Wissenschaftliche Stellungnahme DGFDT
http://www.dgfdt.de/mitteilungen_und_stellungnahmen/